Der doppelte Rangnick – die satirische Hinrundenvorschau

Endlich geht die Bundesliga wieder los. Und das heißt, es ist mal wieder Zeit für einen nicht ganz ernst gemeinten Blick in die Glaskugel!

 

12.08.2015

Überraschend kündigt der HSV zwei Tage vor Saisonbeginn eine Pressekonferenz an. Es soll ein neuer Spieler präsentiert werden. Der Vorhang geht auf: Ruud van Nistelrooy wird wieder für die Hamburger stürmen. „Wir freuen uns, einen international erfahrenen Spieler, der sich mit dem HSV identifiziert,  zurückzuholen. Auch wenn er vor drei Jahren seine Karriere beendet hat – wir sind davon überzeugt, dass er uns mit seinen Toren helfen kann. Sein Fitnesszustand ist excellent,“ so Peter Knäbel. Etwa vier Millionen Euro Ablöse sollen für den 39-Jährigen an den niederländischen Verband geflossen sein, bei dem van Nistelrooy als Co-Trainer tätig war.

1. Spieltag

Wie hoch verliert der HSV diesmal in München? Wird es zweistellig? Nichts da, der neue Stürmerstar schießt die Hanseaten zum 2:0 Sieg. Doch es gibt noch eine weitere Hiobsbotschaft für die Münchner. Beim ersten Tor vermutete Manuel Neuer eine Abseitsstellung (das Tor war regulär), und lief mit Reklamierarm erst zum Schiedsrichter, dann zum Assistenten und schließlich zum vierten Offiziellen, um auf seine Sicht der Dinge aufmerksam zu machen. Wegen des Versuchs „außerordentlicher Beeinflussung der Schiedsrichter“ wird Neuer für zehn Spiele gesperrt.

Ein weiterer „Oldie“ schießt sein Team zum Sieg: Kevin Kurányi schnürt gegen Bayer Leverkusen einen astreinen Hattrick.

Nach der Auftaktniederlage gegen Darmstadt fordert Clubchef Martin Kind von seinem Manager einen weiteren Defensivmann und nennt ihm auch seinen Wunschspieler.

2. Spieltag

Dirk Dufner präsentiert stolz seinen Neuzugang, den 33-Jährigen Linksverteidiger Burgmeier vom Fc Vaduz. Martin Kind – er kommt wegen eines Staus etwas zu spät – klappt die Kinnlade runter, als er zur Tür reinkommt. Es entwickelt sich folgender Dialog:

K: Dirk, wer ist das?
D: Burgmeier, Franz Burgmeier, den wolltest du doch unbedingt.
K: DIEKMEIER, ICH WOLLTE DIEKMEIER!
D: Du hast Burgmeier gesagt!
K: Hab ich nicht, besorg dir mal ein Hörgerät!
D: Hab ich doch!
K: Ein gescheites, das auch wirklich funktioniert. Hol dir eins von meiner Firma.
D: Das ist von deiner Firma!
K: …

Schnell macht sich die Netzgemeinde über den Fauxpas lustig. Wer nicht hören will, muss zu 96…

Zudem präsentiert Kevin-Prince Boateng – wie bereits einige Wochen zuvor sein Bruder Jerome – einen neuen Manager, genauer eine Managerin: Youtubersternchen Bianca Heinicke, die den Youtubekanal „BibisBeautyPalace“ betreibt, berät den Ex-Schalker in Styling-Fragen und soll für ihn eine neue Zielgruppe erschließen.

1.09. 2015

Ein großes reinigendes Gewitter zieht in der Fußballwelt heran: Die UEFA kündigt Gazprom als Sponsor der Champions League, die FIFA entzieht Russland und Katar deren jeweilige  Weltmeisterschaft. Die Begründung: Man wolle sich in Zukunft moralisch integer präsentieren.

5. Spieltag

Eine kurzzeilige Pressemitteilung des FC Bayern sorgt für helle Aufregung: „Pep Guardiola ist nicht mehr länger Trainer des Rekordmeisters. Details folgen…“ Insider wollen gehört haben, dass Matthias Sammer die geplante Vokuhilafrisur des Trainers  nicht akzeptieren wolle, weil sein Haarwuchs das nicht zulasse. Daher soll er eine Trennung angestrebt haben.

2 Tage später

Pressekonferenz an der Säbener Straße. Die Vokuhila-Geschichte stellt sich als Ente heraus. Aufgrund seines intensiven Engagements für die Unabhängigkeit Kataloniens hat der spanische Staat Guardiola die Staatsbürgerschaft entzogen; der Trainer ist somit staatenlos und hat keine Arbeitserlaubnis. „Wir bedauern diesen Schritt der spanischen Regierung sehr, haben aber keine andere Wahl, als dies hinzunehmen“, wird Karl-Heinz Rummenigge zitiert. Angebote aus dem Ausland kann der Katalane nicht annehmen, weil er das Land nicht verlassen darf.

2. Runde im DFB-Pokal

In der regulären Spielzeit und in der Verlängerung schafft es der FC Bayern nicht, gegen den FK Pirmasens ein Tor zu schießen. Im Elfmeterschießen scheiden die Münchner aus.

7. Spieltag

2. Bundesliga: Nach der dritten Niederlage in Folge lädt RB Leipzig zur Pressekonferenz. „Aufgrund des ausbleibenden sportlichen Erfolgs haben wir uns dazu entschlossen, Trainer Ralf Rangnick zu beurlauben. Unsere Ziele waren und sind in ernsthafter Gefahr. Die Trennung ist in beiderseitigem Einvernehmen getroffen worden“, so Sportdirektor Ralf Rangnick. „Der Verein bedankt sich bei Trainer Ralf Rangnick für die geleisteten Verdienste.“

Parallel dazu verkündet Frankfurt Armin Veh seinen Rücktritt. Begründung: Er habe kein Glück. Verantwortliche und Fans verstehen die Welt nicht mehr: Die Eintracht steht auf Platz fünf.

9. Spieltag

Trainer Ralf Rangnick meldet sich zu Wort: „Einvernehmliche Trennung? Dass ich nicht lache! Sportdirektor Ralf Rangnick hat sich ständig in die Trainingsarbeit eingemischt, wollte mir in die Aufstellung reinreden. Ich konnte nicht in Ruhe arbeiten. Soll er sich doch selbst auf den Trainerstuhl setzen!“ Erbost verlässt Trainer Ralf Rangnick das Sportstudio.

Still und leise hat sich Darmstadt 98 an die Tabellenspitze gemausert, dennoch sieht Dirk Schuster seine Mannschaft immer noch als krassesten Außenseiter auf den Klassenerhalt. „Wenn wir am 17. Spieltag immer noch Tabellenführer sind, dann trete ich zurück und beende meine Trainerkarriere!“

13. Spieltag

Schalke 04 – Chaos gehört zur DNS dieses Vereins: dem Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies wurde der Zutritt zum Schalker Vereinsgelände verboten. Der Grund: Er hat bei Amtsantritt keinen Medizincheck absolviert, den nun nachgeholten Test hat er nicht bestanden. Peter Neururer übernimmt den Vorsitz.

15. Spieltag

Carlos Zambrano präsentiert die Sparkasse als seinen persönlichen Sponsor. „Auf dem Feld sehe ich häufig die rote Karte, daher passt der Farbton der Sparkasse sehr gut zu mir. Man muss Sponsoren auswählen, die zu einem passen“ verkündet der Peruaner.

Ein Fernduell auf dem Rasen liefern sich Kevin Kurányi und Ruud van Nistelrooy: beide  kämpfen um die Torjägerkanone, der deutsche Wieder-Nationalspieler führt mit 11 Toren knapp vor dem Niederländer.

17. Spieltag

In Gladbach läuft die 89. Minute, Darmstadt führt mit einem Tor, die Lilien würden als Herbstmeister hinter Hoffenheim in die Winterpause gehen. Ecke für die Fohlenelf. Auf einmal rennt Trainer Schuster aufs Spielfeld und köpft die Ecke von Patrick Herrmann ins Tor. Der Ausgleich zählt selbstverständlich nicht, der Schiedsrichter bricht die Partie ab.

Am grünen Tisch wird die Partie mit 3:0 für die Borussia gewertet, die TSG übernimmt damit die Tabellenführung. Kollektives Aufatmen in Darmstadt und bei Dirk Schuster…

 

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