Schreiner Horst Heldt

Samstag, 23.05.2015, 17:15 Uhr: Der 34. Spieltag der Bundesliga ist für den Fc Schalke 04 zu Ende. Endlich. Hamburg rettet sich in die Relegation, S04 krönt eine miserable Rückrunde mit einem noch miserablerem Spiel. Dass Roberto Di Matteo den Verein verlassen muss, ist eigentlich klar. Ähnliches gilt für Heldt, man fragt sich nur: wer muss zuerst gehen?
Der Stuhl des Sportvorstands steht gerade noch auf einem Bein.

Schalke einigt sich mit Di Matteo so, dass beide Seiten nach außen hin ihr Gesicht waren. Die Pressekonferenz, auf der dies verkündet wird, wirkt bizarr, liefert kaum Antworten.

Heldt kippelt weiter hin und her.

Doch die Saison ist zu Ende, er muss nicht mehr ständig vor die Kameras. Schließlich – nach einigem hin und her von außen – wird André Breitenreiter als neuer Chefcoach präsentiert.

Heldt findet die Balance wieder.

Dann macht er sich an zwei der offensichtlichsten Problemstellen des Kaders: mit Johannes Geis eist er einen der begehrtesten Sechser der  Bundesliga von Mainz 05 los. Zwar definitiv nicht billig, aber ein guter Transfer. Desweiteren wird mit Júnior Caiçara eine lang ersehnte Alternative zu Uchida verpflichtet.

Heldt schraubt die abgebrochenen Stuhlbeine wieder an.

28.06.2015, Mitgliederversammlung in Gelsenkirchen: Im Vorfeld wurde große Kritik an Horst Heldt erwartet, er wird als Hauptverantwortlicher der Schalker Misere gesehen. Als sein Vorstandskollege Alexander Jobst Heldt in seiner Rede erwähnt, branden Buhrufe und Pfiffe auf. Und dann trat Besagter ans Podium: gestand ein, dass Ziele nicht erreicht wurden, dass der gespielte Fußball unansehnlich war und dass er selbst Fehler gemacht habe. Aber er sagt auch, dass er nicht wegrennen wolle. Und Heldt schließt mit einem Schuss Selbstironie: Im letzten Heimspiel gab es ein Transparent „1,69 Meter Inkompetenz“. Jetzt verspricht er: „1,69 Meter Arbeit, 1,69 Meter Einsatz, 1,69 Meter Leidenschaft und 1,69 Meter Schalke 04.“
Es war eine gute Rede. Aber er wird sich daran messen lassen müssen. Dass er diese Chance bekommen hat, war nicht unbedingt abzusehen. Auf Worte müssen Taten folgen. Das Saisonende gerade zur rechten Zeit, der neue Trainer, besagte Transfers und eine gute Rede reichen, um sich im Verein zu halten. Sollte die kommende Saison ähnlich verlaufen, wird er seinen Stuhl räumen müssen. Dazu stehen bereits jetzt zu viele Trainer, diverse Fehleinkäufe und ein enormes Gehaltsgefüge unter seiner Amtszeit.

Der Stuhl von Schreiner Horst Heldt steht wieder. Vorerst…

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