Die Wettbewerbe

DFB-Pokal:

Im Pokal musste Schalke gegen Dynamo Dresden ran. Dass das ein vergleichsweise schweres Los war, war den meisten Fans durchaus bewusst. Den Spielern allerdings kaum, mit 2:1 verloren die Knappen, Felipe Santana verursachte einen Foulelfmeter, in der Zweiten Halbzeit baute Dresden die Führung aus, Matip konnte nur verkürzen. Ein Weiterkommen ist für jeden Bundesligisten Pflicht. Ziel verfehlt.

Champions League:

Das Ziel: wie jedes Jahr in die Gruppenphase kommen.
Die Gruppe: Mit Chelsea, Maribor und Sporting Lissabon kein Selbstläufer, aber machbar. Und Schalke startete mit einem Paukenschlag: ein durchaus achtbares Remis an der Stamford Bridge gegen den zukünftigen englischen Meister. In typischer Schalke-Manier folgte ein unerwartetes 1:1 gegen NK Maribor. Ein Muster, das sich durch die restliche Saison ziehen sollte: gegen große Gegner hängte sich die Mannschaft rein, aber gegen die vermeintlich Kleinen lief es eben nicht von selbst. Im ersten CL-Spiel von Roberto Di Matteo gab es Spektakel. Von Catenaccio nichts zu sehen. Führung für Sporting, Ausgleich, Tor und Tor für S04 = 3:1 Führung. Die Portugiesen kamen wieder heran und schafften den Ausgleich. Doch ein Elfmeter in der Nachspielzeit rettete Königsblau drei Punkte.
Zwei Wochen später verlor das Team in Portugal und kassierte anschließend eine 0:5 Klatsche gegen die Londoner in der eigenen Arena. Das königsblaue Unglück begann bereits in der zweiten Minute und nahm so seinen Lauf.
Doch Max Meyer sei Dank – mit einem Sieg zog Schalke doch noch ins Achtelfinale ein – übrigens im 3-5-2.
Gespannt wartete man auf die Auslosung: Porto, Monaco oder vielleicht Barcelona? Es wurde Madrid. Real Madrid. Same procedure as every year. Irgendwie war man schon froh, dass Schalke im eigenen Stadion keine Klatsche kassierte, es war nur ein 0:2. Ohne große Erwartungen wurde das Rückspiel angegangen. Doch Madrid dachte, dass Schalke es ihnen leicht machen würde und ging das Spiel locker an. Zu locker. Denn Schalke spielte gut, teilweise sehr gut – in der Offensive. Hinten drin wurde den Knappen immer wieder schnell einer eingeschenkt. Doch dann schoss eben Sané ein Zaubertor. Die Chancen, um weiterzukommen, waren da – genutzt wurden sie nicht, dafür ist Schalke dann doch nicht abgezockt genug. Immerhin verabschiedete man sich mit einem 5:4-Paukenschlag. Der letzte für längere Zeit unter der Hymne von Tony Britten.

Bundesliga:

Tabellenplatzierung S04 2014/15 rot: Jens Keller blau: Roberto Di Matteo

Tabellenplatzierung S04 2014/15
rot: Jens Keller
blau: Roberto Di Matteo

Wenn man sich nur die Tabellenplatzierung ansieht, könnte man denken: Am Anfang der Saison, gab es schwankende Leistungen, dann hat sich Schalke stabilisiert. Seit dem 13. Spieltag stand S04 nie schlechter als Platz sechs, zwischenzeitlich sogar auf Platz drei. Klingt nach einer recht passablen bis guten Saison.

Doch jeder, der Schalke etwas intensiver verfolgt hat, weiß, dass der Schein trügt. Nach dem Sieg über die Borussia aus Gladbach stand der Verein auf Platz drei, 20. Spieltag. Von diesem Zeitpunkt an konnte Schalke lediglich drei Spiele bis Saisonende gewinnen (Hoffenheim, Stuttgart, Paderborn). Über die „Liga der Weltmeister“ sagt das eine Menge aus. Wie kann sich ein Verein mit einer solchen Bilanz im europäischen Geschäft halten? Verdient ist die Europa League nicht. Immerhin: durch den Pokalgewinn der Wolfsburger spart man sich die Qualifikation. Doch unter obriger Bilanz erübrigt sich die Frage mancher, warum die Fans das Team gegen Paderborn zur Sau machte und sich abwandte, obwohl die Mannschaft in Europa steht.

Zur Bilanz gegen die einzelnen Klubs. Gegen jeden Verein außer Bayer 04 Leverkusen und den FC Köln konnte S04 Punkte einfahren. Das ist ja mal nicht schlecht. Gegen Meister Bayern München gab es sogar zwei achtbare Remis, gegen den Vizemeister und Pokalsieger konnten die Knappen vier Punkte einheimsen. Doch diese sechs Punkte nützen wenig, denn: Lediglich gegen die Kellerkinder Stuttgart und Paderborn konnte Schalke beide Saisonpartien gewinnen. Der Anspruch ist ein anderer. Sicher ist es für das Prestige des Klubs gut, gegen die „Großen“ nicht unterzugehen und sogar zu punkten. Aber gegen die „Kleinen“ sollte Schalke eigentlich meist beide Spiele gewinnen. Dort hat Schalke deutlich zu wenig gepunktet.

Bilanz des FC Schalke 04 in der Bundesliga 2014/15

Bilanz des FC Schalke 04 in der Bundesliga 2014/15

Schaut man sich mal die Anzahl der Gegentore an, fällt auf: Die höchsten Niederlagen gab es gegen Gladbach (1:4, noch unter Jens Keller) und im Derby der Rückrunde (0:3). Sonst gab es höchstens zwei Gegentore in einem Spiel. Zum Vergleich: in der Vorsaison kassierte S04 in acht Spielen mindestens drei Gegentore. Doch Schalke hat zu wenig Tore geschossen.
Aber nicht nur deswegen hat Schalke die Champions League verpasst. Die Vereine, die in den vorherigen drei Saisons vor Schalke standen, waren FCB, BVB und B04. Die Reviernachbarn sind diese Saison abgestürzt. Aber dafür hat Leverkusen unter Roger Schmidt diese Saison einen großen Schritt nach vorn gemacht – ebenso wie Gladbach und Wolfsburg. Ein Konkurrent stürzte ab, zwei/drei weitere kamen dazu. Und in einer „normalen“ Saison spielt auch der BVB um die Champions League mit.
Essenz: die Konkurrenz ist größer als in den vergangenen Jahren (in denen man sich auch teilweise in die CL geduselt hat!).
Zur neuen Saison: Man kann davon ausgehen, dass der BVB unter Tuchel mit neuem Elan angreifen wird, Wolfsburg und Leverkusen dürften ebenfalls oben mitspielen. Bayern München steht außer Frage in der Champions League. Ob Gladbach ihre Form halten kann, muss abgewartet werden – aber möglich ist das. Es wird interessant sein, ob Schalke im neuen Fußballjahr in diesen Kreisen mitmischen kann oder nur hinterherschaut…

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Ein Gedanke zu “Die Wettbewerbe

  1. Pingback: Die Mannschaft: Mittelfeld & Sturm | woisch wat

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