Das Fass, das man nicht öffnen möchte

Es war das Duell zweier Champions-League-Sieger: Salomon Kalou gegen Roberto Di Matteo. Und nachdem sich Schalke wieder Champions-League-Sieger-Besieger nennen darf und im Berliner Stadion ein neuer Rasen verlegt worden war, waren die Vorzeichen für ein großes Spiel vorhanden.

Das Niveau der Königsklasse erreichte das Spiel allerdings nicht. In der ersten Halbzeit beherrschte Schalke das Spiel größtenteils, hatte aber nach vorne kaum Durchschlagskraft. Meyer wurde gut zugestellt und konnte sich nicht entfalten. Ansonsten nennenswert war noch, dass Änis Ben-Hatira ein Abstaubertor machte und mit Superheldenmaske jubelte, während Leroy Sané einfach ein Superheldentor schoss.

Die zweite Halbzeit war noch ausgeglichener, Schalkes Leistung war nicht wirklich schlecht, aber auch nicht sehr gut. Und dann kommt S04 gegen einen Abstiegskandidaten nur zu einem glücklichen Remis. Da Leverkusen und Gladbach ihre Spiele gewinnen konnten, verliert S04 im Kampf um die Königsklassenplätze immer mehr an Boden. Und dazu wird nun (leider, wenn wohl auch berechtigt) ein neues Fass aufgemacht: dieses Fass heißt Torwart.

Timon Wellenreuther hat jetzt schon mit seinen 19 Jahren Spiele gemacht, auf die andere Torhüter fast eine Karriere lang warten müssen. Eine Halbzeit gegen Bayern München, zwei Champions-League-Spiele gegen den amtierenden Sieger Real Madrid und auch das Revierderby. Für seine jungen Jahre hat er das meist erstaunlich souverän und mit großer Ruhe gemeistert. Wenn er sich nicht öfter mal einen Bock leisten würde. Sicher – einem jungen Torhüter wie ihm muss man Fehler zugestehen. Doch die Zeit für Fehler ist denkbar ungünstig. Gegen Frankfurt, Bremen und Hertha hat er nicht unerheblich zu Punktverlusten beigetragen. Dies an ihm allein festzumachen ist sicher falsch, aber eine Mitschuld hat er. Und diese fehlenden Punkte könnten S04 die Königsklasse kosten.

In der Winterpause wurde Wellenreuther als Torhüter Nummer Drei vor Routinier Wetklo festgelegt. Fährmann und Giefer verletzten sich, Wellenreuther flog von der Tribüne ins Tor. Aber Schalke steht unter dem Eindruck des grandiosen Ralf Fährmann der letzten 1,5 Jahre. Timon wird  an den bisherigen Spielen wachsen, aber gegen Leverkusen sollte vielleicht Christian Wetklo seine Chance bekommen, falls Fährmann bis dahin nicht mehr fit wird. Nicht nur, dass man Wetklo ein Spiel vor der Nordkurve ungemein gönnen würde. Verliert Schalke gegen Leverkusen, wird es mit Platz Vier verdammt schwer. Erreicht Königsblau diesen nicht, wird das Champions-Legue-Niveau nächste Saison noch seltener.

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3 Gedanken zu “Das Fass, das man nicht öffnen möchte

  1. Bin echt gespannt, wie Di Matteo das jetzt löst. Spielt Wellenreuther und verschuldet ggf. einen Punktverlust gegen B04, brennt der Baum noch mehr, was seine Person angeht. Nimmt man ihn vorher schon raus, muss man sehr darauf achten, wie man es kommuniziert und wie mit ihm umgegangen wird, sonst ist er ggf. verheizt, bevor es überhaupt richtig los gegangen ist. Schwierig…

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      • Ja, DAS wäre die eleganteste Lösung. Dann könnte man Wellenreuther raus nehmen, ohne das dieser gleich als verbrannt gilt. Ich hoffe nur, dass RDM Fährmann auch wirklich nur dann bringt, wenn dieser 100pro wieder fit ist.

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