Es ist nicht egal, wie du verlierst

Eigentlich wollte ich nur einen Satz schreiben: „Ich weiß gar nicht, was Samstagnachmittag war.“ Oder: „Spielfreies Wochenende, nächste Woche geht’s weiter“. Jetzt ist es aber doch etwas mehr geworden.

Die Vorfreude, das Aufgeregtsein, das schon Tage vorher beginnt, die Anspannung, weil man das Spiel gegen den BVB nicht verlieren möchte. Dann ist Anpfiff.
Und Schalke macht in den ersten Minuten ein ganz gutes Spiel, zwar offensiver ausgerichtet, als ich erwartet hatte, aber gut. Der BVB hat die erste Großchance, die zweite, die dritte.

Kammerflimmern.

Schalke kriegt fast nichts nach vorne auf die Reihe, aber steht eben auch in der Defensive überhaupt nicht gut. Ich sage mir noch, wenn Schalke so spielen würde, wie der BVB es tut, dann ist es meistens so, dass wir dann ein Tor reinkriegen (siehe Köln oder Frankfurt). Vielleicht geht es dem BVB auch so.
Nach Wiederanpfiff schellt der Puls wieder hoch, kommt Jungs, jetzt macht das Tor.

Hoffnung.

Aber es ging so weiter, wie das Spiel vor der Pause war. Chance um Chance für Dortmund. Es hält sich die Hoffnung, dass wir das 0:0 halten. Wie letztes Jahr, als die Schwarz-Gelben auch dominant waren, aber an Fährmann keinerlei Vorbeikommen war. Dann kann man damit leben. Dann ist es ein unverdienter Punkt, aber das ist im Derby egal, wenn der andere nicht gewinnt. Wenn deine eigene Mannschaft gewinnt, umso besser.
Aber es ist nicht egal, wie du verlierst.

Das 0:0 wurde nicht gehalten, Doppelschlag innerhalb weniger Sekunden. Und du weißt, dass es vorbei ist. Das holt S04 nicht auf.

Resignation.

Wellenreuther hatte einige gute Aktionen. Aber bei hohen Bällen war er lange nicht so souverän wie gegen Bremen (von Prödls Kopfball abgesehen). Auch bei Marco Höger war noch ein Bemühen erkennbar, aber alleine kann auch er das Spiel nicht drehen. Mit Abstrichen vielleicht noch Höwedes.
Aber Timon Wellenreuther kann man keinen Vorwurf machen. Er ist jung, macht gerade seine ersten Spiele und macht seine Sache dafür ganz gut.
Ansonsten kam von Rest ziemlich wenig. Von Führungsspielern wie Boateng oder Huntelaar war nichts zu sehen. Ich schrieb letzte Woche vom „Substanzverlust“, herbeigeführt durch viele Verletzungen und den zu dünn besetzten Sturm. Aber all das kann keine Ausrede für eine solche Leistung sein.

Kein Kampf, kein Aufbäumen, kaum ein Halten der Bälle in den eigenen Reihen, dass man mal nach vorne spielen könnte. Kollektivversagen im Derby. Katastrophal.
Als wäre das nicht schon schlimm genug, ist Hoffenheim wieder herangekommen, der Abstand auf einen nichteuropäischen Platz beträgt zwei Punkte, Gladbach kann heute noch davonziehen. Aber das nur am Rande.

Denn es ist nicht egal, wie du verlierst.

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4 Gedanken zu “Es ist nicht egal, wie du verlierst

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