Baron Tönnies

Clemens Tönnies – der „Schalke-Boss“. Tönnies gibt sich gerne volksnah. Wenn er in Talksendungen singen soll und ihm der Liedtext gereicht wird, weist er diesen empört von sich. Braucht er nicht. Er feiert mit der DFB-Elf den Titel in Brasilien, Arm in Arm mit Julian Draxler, Benedikt Höwedes und Manuel Neuer.

Und man hat den Eindruck, er redet gern, dabei haut er gern mal einen raus. So wie gestern im Westfalen-Blatt. „Wir werden genau beobachten, wie sich die Liga verändert. Etwa wenn Red Bull Leipzig als weiterer, ganz starker Akteur auftritt.“


Weiter: „Wenn wir uns mit Bayern, Dortmund, Red Bull, Leverkusen oder Wolfsburg vergleichen, sind wir der letzte Dino, der ein Verein ist. Wir müssen das beobachten und dann sehen: Haben wir Handlungsdruck das zu verändern? Das müssen dann jedoch die Mitglieder entscheiden, nicht Clemens Tönnies. Ich liebe diesen Verein so, wie er ist.“

Bumm. Schalkes großer Stolz, das Festhalten am e.V. wird in Frage gestellt. Noch zu Beginn des Jahres richtete sich der Verein  in der neu gegründeten Rubrik „Gleiche Höhe“ an die Fans und verwies Gerüchte einer Ausgliederung ins Reich der Fabeln. Es stand ja auch eine JHV an. Da will doch keiner den Eindruck erwecken, man rüttle am eingetragenen Verein.

Wie wichtig eine Ausgliederung wäre, darüber lässt sich diskutieren. Andere Bundesligisten haben mit weit weniger Verbindlichkeiten eine Ausgliederung vorangetrieben. Andererseits betonte Horst Heldt, dass ein e.V. auch Vorteile hat, die Tradition beispielsweise bei Spielern zieht.

Ob ein Anteilsverkauf nötig sein wird, um mit den Bayern, BVB, Wolfsburg oder Leipzig mithalten zu können, wird die Zukunft zeigen. Natürlich wäre es wünschenswert, wenn der Verein in eigenen Händen bleibt.

Fragwürdig aber ist das Verhalten von Tönnies. War er einfach unachtsam und hat sich verplappert? Fraglich. Als Unternehmer sollte er eine bessere Voraussicht haben, zudem steht er seit Jahren an der Spitze des S04. Er hat genug Erfahrung im Umgang mit Medien. Allerdings ist Tönnies diesbezüglich auch schwer einzuschätzen.

Dennoch ist ein Szenario denkbar: Clemens Tönnies wollte austesten, wie stark die Ablehnung und der Protest sein würden.
Die Antwort kam postwendend. Der S04 brachte extra eine eigene Meldung heraus, in der betont wurde, dass man nicht daran denke, die Rechtsform des Vereins zu ändern.

Die Aufschreie sind noch zu groß. Noch.

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